Zum Inhalt springen
PrüfmittelverwaltungPrüfmittelverwaltung

Grundlagen der Prüfmittelkalibrierung

Was ist Kalibrierung? Unterschiede zu Justierung und Prüfung. Intervall-Berechnung und Kosten.

Was ist Kalibrierung?

Kalibrierung ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 der Vorgang, bei dem die Anzeige eines Messgeräts mit einem rückführbaren Normal verglichen wird, um die Messabweichung zu bestimmen und in einem Kalibrierschein zu dokumentieren.

Unterschied: Kalibrierung, Justierung, Prüfung

Kalibrierung: Bestimmung der Abweichung
Justierung: Behebung der Abweichung durch Eingriff am Messgerät
Prüfung: Feststellung, ob eine Spezifikation erfüllt wird

Intervall-Berechnung

Das Kalibrierintervall hängt von verschiedenen Faktoren ab: Gerätetyp, Nutzungshäufigkeit, Umgebungsbedingungen und geforderte Genauigkeit. DIN EN ISO 10012 fordert ein dokumentiertes Verfahren zur Festlegung und regelmäßigen Überprüfung der Intervalle. In der Praxis bewähren sich 12 Monate als Startwert; bei Trenddaten ohne Auffälligkeiten kann das Intervall verlängert werden.

Akkreditierte vs. nicht-akkreditierte Labore

Akkreditierte Labore (z. B. nach DIN EN ISO/IEC 17025 durch die DAkkS – Deutsche Akkreditierungsstelle) bieten dokumentierte Rückführbarkeit und werden in vielen Branchen (Automotive, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik) vertraglich gefordert. ISO 9001 allein verlangt nur Rückverfolgbarkeit – nicht zwingend eine DAkkS-Akkreditierung. Werkskalibrierungen sind günstiger, aber nicht in jedem Audit ausreichend.

Praxis-Tipp

Wer Kalibrierungen über DIN EN ISO 10012 hinaus systematisieren möchte, findet in der VDI/VDE/DGQ 2618 detaillierte Prüfanweisungen für Messmittel-Typen wie Schieblehren, Mikrometer, Drehmomentschlüssel oder Härteprüfgeräte.