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Prüfmittelverwaltung-Software vergleichen: Kriterien für KMU

Excel, lokale Installation oder Cloud-Lösung – welche Prüfmittelverwaltung passt zu Ihrem Betrieb? Eine sachliche Gegenüberstellung der wichtigsten Auswahlkriterien.

Wann reicht Excel – und wann nicht mehr?

Eine Excel-Liste kann für sehr kleine Betriebe mit unter 50 Prüfmitteln und einem erfahrenen Verantwortlichen funktionieren. Sie stößt jedoch spätestens dann an ihre Grenzen, wenn eine externe Audit-Situation entsteht und die folgenden Anforderungen gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  • Automatische Fristenerinnerung: Excel kennt keinen eingebauten Erinnerungs-Mechanismus – manuelle Kontrolle ist fehleranfällig.
  • Sperrprozess bei Abweichung: Ohne Workflow bleibt unklar, wann ein Prüfmittel aus dem Verkehr gezogen werden muss.
  • Audit-Export: Auditoren erwarten ein Paket aus Status, Zertifikaten und Aufzeichnungen – nicht eine verteilte Sammlung einzelner Dateien.
  • Mehrnutzer-Zugriff: Sobald mehrere Verantwortliche gleichzeitig pflegen, entstehen Versionskonflikte.

Die drei gängigen Lösungswege

1. Excel-Vorlage (kostenlos oder günstig)

Wer mit Excel starten will, kann auf eine strukturierte Vorlage zurückgreifen. Die kostenlose Excel-Vorlage für das Prüfmittelverzeichnis enthält die Pflichtspalten nach ISO 9001 7.1.5, ein Status-Dropdown und ein Hinweisblatt zu ISO 9001 und DIN 31051. Sie ist ein guter Einstieg, ersetzt aber keine laufende Überwachung.

2. Lokale Installation (Desktop-Software, VPN, eigener Server)

Klassische QM-Software läuft auf einem internen Server oder als Windows-Installation. Vorteile: volle Datenhoheit im eigenen Netz, kein Internet nötig. Nachteile: eigener IT-Aufwand für Backup, Updates und Zugriff von unterwegs; Mehrnutzer-Pflege erfordert oft eine zusätzliche Datenbank-Lizenz.

3. Cloud-Lösung (web-basiert, monatliche Tarife)

Cloud-Lösungen sind heute der Standard für KMU. Sie laufen im Browser, Updates und Backups übernimmt der Anbieter, der Zugriff erfolgt über Mehrnutzer-Login. Bei datenschutzkritischen Daten sollte der Anbieter Serverstandorte in der EU oder Deutschland nachweisen (DSGVO-Konformität).

Vergleichskriterien für die Auswahl

Folgende Kriterien sind in der Praxis entscheidend – die Reihenfolge hilft, Anbieter-Demos strukturiert zu bewerten:

  1. Prüfmittelgrenzen und Skalierung: Deckt der Tarif die geplante Stückzahl ab – und was kostet das nächste Paket?
  2. Excel-Import und Migration: Lässt sich die bestehende Liste ohne Datenverlust übernehmen?
  3. Fristenerinnerung und Sperrprozess: Per E-Mail, im Tool, mit Eskalation?
  4. Zertifikatsablage: PDF-Upload, Versionierung, Verknüpfung mit dem Prüfmittel-Datensatz.
  5. Audit-Export: Statusliste plus Zertifikate als ein Paket?
  6. Rollen und Benutzer: Mehrere Verantwortliche, Audit-Trail, Lese-/Schreibrechte.
  7. Normen-Bezug: ISO 9001 7.1.5, DIN EN ISO 10012, branchenspezifische Standards (IATF 16949, EN 1090) hinterlegt?
  8. DSGVO und Hosting: Server in Deutschland/EU, Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), Datenexport für Kündigung.

Checkliste für die Anbieter-Demo

Wer einen Anbieter in einer Live-Demo prüft, sollte diese Punkte konkret zeigen lassen – und sich die Antwort notieren:

  • Wie lange dauert der Import unserer bestehenden Excel-Datei mit > 200 Prüfmitteln?
  • Können wir benutzerdefinierte Felder ergänzen (z. B. Messunsicherheit, MSA-Wert)?
  • Wie sieht der Audit-Export konkret aus – bekommen wir ein PDF-Paket mit Status und Zertifikaten?
  • Welche Fristen-Erinnerungen sind konfigurierbar (z. B. 30, 14, 7 Tage vorher)?
  • Wo liegen die Daten, und wie erfolgt die Datenmigration bei Kündigung?
  • Ist ein AVV nach Art. 28 DSGVO verfügbar?

ISO-9001- und Audit-Anforderungen als Auswahlkriterium

ISO 9001:2015 Abschnitt 7.1.5 fordert nachvollziehbare Aufzeichnungen über Mess- und Prüfmittel, Rückführbarkeit und Schutz vor unbefugter Justierung. Branchenstandards wie IATF 16949 oder EN 1090 ergänzen diese Anforderungen. Eine gute Prüfmittelverwaltung-Software setzt diese Anforderungen als Standard-Felder und Workflows um – nicht als kostenpflichtige Erweiterung.

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